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"Bücher aus dem Feuer" – Erinnerung, die sichtbar bleibt!

Am 10. Mai wird Geschichte lebendig.
Mit der Lesung gegen das Vergessen setzen wir auf dem Münchner Odeonsplatz ein kraftvolles Zeichen für Erinnerung, Meinungsfreiheit und demokratische Werte.

WANN: Sonntag, 10. Mai 2026,  12:00 – 15:00 Uhr
WO: Odeonsplatz, München
Eintritt frei – Einfach vorbeikommen, zuhören und ein Zeichen setzen!

Eine Lesung gegen das Vergessen, zur Erinnerung und zur Mahnung

Der 10. Mai 1933 war für viele Menschen in Deutschland ein lebensentscheidender Schicksalstag. Von heute auf morgen verloren sie ihre Lebensgrundlage. Denn am 10. Mai 1933 – vor 93 Jahren – verbrannten Professoren und Studierende auf lodernden Scheiterhaufen Bücher von Hunderten von Autor:innen. Deutschlandweit organisierten die Nationalsozialist:innen diese Feuer auf großen Plätzen – wie in München auf dem Königsplatz – als „Gesamtaktion“ gegen den intellektuellen „Zersetzungsgeist“.

Literatur, die nicht verstummt

Seit vielen Jahren werden am 10. Mai deutschlandweit öffentliche Lesungen aus diesen „verbrannten Büchern“ organisiert: Auch in diesem Jahr werden am 10. Mai wieder einst verbrannte Texte auf dem Odeonsplatz gelesen.

Am Sonntag, den 10. Mai 2026 erinnern ab 12 Uhr Lesungen einst verbrannter Texte an die von den Nationalsozialist:innen verachteten Autoren und Autorinnen.

Unter anderem Ricci Hohlt, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Caro Matzko, Dieter Hanitzsch, Julia Schmitt-Thiel und der neue OB der Stadt München, Dominik Krause, werden aus einst verbrannten Büchern lesen und so an die Werke und ihre Autor:innen erinnern.

Auch Schülerinnen und Schüler des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums in Icking sowie Studierende der LMU beteiligen sich erneut an der Lesung – ein bewusst generationsübergreifendes Zeichen.

Ein breites Bündnis gegen das Vergessen

Bereits seit 2008 findet die Gedächtnislesung am 10. Mai auf dem Odeonsplatz statt. Initiiert wurde das Projekt von Gerhard Schmitt-Thiel. Nach seinem Tod im März 2024 organisiert Helena Nitsche gemeinsam mit Renate Hausdorf in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München die Veranstaltung. Ihnen zur Seite stehen das Paul-Klinger-Künstlersozialwerk e.V. und die Vereine Mohr-Villa Freimann e.V. sowie Global Understanding e.V.

Organisatorin Helena betont die besondere Wichtigkeit der Erinnerungslesung:

„In vielen Ländern Europas – auch hier in Deutschland – ist in den letzten Jahren ein starker Rechtsruck in den politischen Parteien zu beobachten. Und die Zensur von Büchern steht auch heute wieder hoch im Kurs: In den USA zum Beispiel werden Bücher aus dem Schulkanon verbannt, wenn sie nicht mit den Werten der Regierenden übereinstimmen. Schon Erich Kästner, dessen Bücher 1933 auch verbrannt wurden, warnte: ‚Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten – die Lawine hält keiner mehr auf‘.

Haltung zeigen – auch heute

Der 10. Mai 1933 war für viele Menschen in Deutschland ein lebensentscheidender Schicksalstag. Von heute auf morgen verloren sie ihre Lebensgrundlage. Denn am 10. Mai 1933 – vor 93 Jahren – verbrannten Professoren und Studierende auf lodernden Scheiterhaufen Bücher von Hunderten von Autor:innen. Deutschlandweit organisierten die Nationalsozialist:innen diese Feuer auf großen Plätzen – wie in München auf dem Königsplatz – als „Gesamtaktion“ gegen den intellektuellen „Zersetzungsgeist“.

Erinnerung auch online

Während der Corona-Pandemie sammelten wir Video-Lesungen auf den Instagram– und Facebook-Kanälen der Lesung gegen das Vergessen sowie den YouTube-Kanälen des Paul-Klinger-Künstlersozialwerk e.V. und der Mohr-Villa Freimann.

Menschen aus aller Welt sind dazu aufgerufen, am 10. Mai 2026 ein Video auf ihre Social-Media- Accounts hochzuladen, in dem sie einen Auszug eines Buches, das der Bücherverbrennung zum Opfer fiel, zum Besten geben, und dieses mit den Hashtags #gegenvergessen und #10mai1933 zu versehen. Die offiziellen Instagram– und Facebook-Kanäle der Lesung gegen das Vergessen teilen die veröffentlichten Lesebeiträge. So wird auch online Aufmerksamkeit und Bewusstsein geschaffen für die vor 93 Jahren verbrannten und noch immer wichtigen und wertvollen Texte.

Eintritt frei, auf Spendenbasis FUR MEHR TOLERANZ UND GEGEN FASCHISMUS

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Das Organisationsteam der Lesung war 2021 zu Gast in der Radiosendung KÜNSTLERFRAGEN, die Sendung des Paul-Klinger-Künstlersozialwerk e.V.

Die „Bibliothek der verbrannten Bücher“ präsentiert die im nationalsozialistischen Deutschland verbotene und verfemte deutschsprachige Literatur in Erstausgaben. Ihren Kern bilden die Werke jener Autor:innen, die auf den sogenannten Schwarzen Listen der Nationalsozialisten standen und die am 10. Mai 1933 in mehr als 20 deutschen Universitätsstädten öffentlich verbrannt wurden, zum Beispiel Lion Feuchtwanger, Irmgard Keun, Hermann Kesten, Stefan Zweig und Franz Werfel. Viele Betroffene mussten im NS-Staats um Leib und Leben fürchten, gingen ins Exil oder fielen dem Holocaust zum Opfer.

Die weltweit einmalige Sammlung wurde von Georg P. Salzmann (1929-2013) aus Gräfelfing bei München in jahrzehntelanger Arbeit zusammengetragen. Seit Juli 2009 ist sie im Besitz der Universitätsbibliothek Augsburg, wo sie der interessierten Öffentlichkeit und allen Forschenden, Lehrenden und Lernenden zur Verfügung steht.

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